Konstruktionsleim
Was ist Konstruktionsleim?
Der Begriff Konstruktionsleim ist keine Normbezeichnung. Im Handel bezeichnet er meist kräftige Montage- und Holzleime, zum Beispiel Polyurethan-Leim (PU-Leim) oder wasserfesten Weißleim. Im Ingenieurholzbau meint er dagegen die Klebstoffe, mit denen tragende Bauteile im Werk verklebt werden.
Wofür wird Konstruktionsleim verwendet?
Montage- und Holzleime aus dem Handel eignen sich für nichttragende Verbindungen: Verkleidungen, Leisten, Möbel, Ausbauteile. Tragende Verklebungen an Dachstuhl, Balkenlage oder Fachwerk gehören nicht dazu.
Was gilt für tragende Verklebungen?
Für Klebstoffe tragender Holzbauteile gibt es eigene Normen: DIN EN 301 (Ausgabe 2023-05) für Phenoplast- und Aminoplast-Klebstoffe und DIN EN 15425 (Ausgabe 2023-05) für einkomponentige Polyurethan-Klebstoffe. DIN 1052-10 (Ausgabe 2024-12) regelt unter anderem den Nachweis der Eignung zum Kleben tragender Holzbauteile, den ein Betrieb dafür braucht. Ein Leim aus dem Baumarkt ersetzt das nicht.
Welche Arten von Leim gibt es im Handel?
PU-Leim härtet mit Feuchtigkeit aus. Weißleim (PVAc) wird nach DIN EN 204 (Ausgabe 2016-11) in die Beanspruchungsgruppen D1 bis D4 eingeteilt. Diese Einteilung gilt für nichttragende Anwendungen. Welche Gruppe ein Produkt erfüllt, steht auf dem Gebinde.
Warum ist die Unterscheidung wichtig?
Eine Klebefuge, die im Möbel hält, ist damit noch nicht für ein tragendes Bauteil geeignet. Deshalb sind tragende Verklebungen eigens geregelt. Ob ein Bauteil geklebt werden darf und womit, entscheidet die Tragwerksplanung.